Mitgliederversammlung der Jägervereinigung Crailsheim am 18.03.2016 in Tiefenbach

In einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung präsentierte die Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle anschaulich die vereinsinternen Aktivitäten des vergangenen Jagdjahres.

Mitgliederversammlung der Jägervereinigung Crailsheim am 18.03.2016 in Tiefenbach

 

In einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung präsentierte die Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle anschaulich die vereinsinternen Aktivitäten des vergangenen Jagdjahres. Die Versammlung wurde von der Jagdhornbläsergruppe Langenburg musikalisch umrahmt.  Die Jägervereinigung Crailsheim umfasst derzeit 468 Jäger  aus der Umgebung  Crailsheim. Im letzten Jagdjahr konnten 30 Neuzugänge,  davon allein  17 Jungjäger,  verzeichnet werden.

 

Ein Punkt der Präsentation  war die Hubertusmesse  und Hubertusfeier im November letzten Jahres in Schrozberg, welche ein voller Erfolg war. Eine bis auf den letzten Platz gefüllte Halle, ein abwechslungsreiches Programm und tolle Preise in der Tombola begeisterten die Besucher.

 

Zum Schutz des Niederwildes wurden fünf Hegegemeinschaften in der Jägervereinigung Crailsheim gegründet und von der Unteren Jagdbehörde genehmigt. In  den einzelnen Hegeringen kamen 33 Füchse (im Vorjahr waren es 107)  bei der „Fuchswoche“ Anfang  Februar  zur Strecke.  Der Streckenunterschied zum Vorjahr liegt wohl am schlechten Wetter in der ersten Februarwoche. Beim Schwarzwild konnte im Jagdjahr 2014/2015 die höchste Strecke seit 2000/2001 erreicht werden.  891 Wildschweine wurden im Gebiet der Jägervereinigung Crailsheim  erlegt (im Vorjahr waren es 749).Die Strecke des Rehwildes lag im Bereich der Jägervereinigung Crailsheim im Jagdjahr 2014/2015 bei 2.867 (2.864 im Vorjahr).  In diesen Streckenangaben sind die Zahlen der Forstverwaltung noch nicht berücksichtigt.

 

Auch im letzten Jahr halfen wieder viele ehrenamtliche Helfer, den Schießstand in Altenmünster zu renovieren.  Schwerpunkte der Sanierung  waren die Isolierung der Seitenwände des Keilerstandes und die Holzverkleidung. Über die steigende Nutzung des Schießstandes zeigte sich die Kreisjägermeisterin sehr zufrieden. Finanziell trägt sich der Schießstand selbst.

 

Ein weiterer Höhepunkt im letzten Jagdjahr war das 60-jährige Jubiläum der Jagdhornbläsergruppen Langenburg und Crailsheim am 27. Juni  in Langenburg. Es war eine gelungene Jubiläumsfeier und ein rundum gemütliches Fest.

 

Als Ehrengäste der diesjährigen Mitgliederversammlung begrüßte die Kreisjägermeisterin, Frau Dr. Baeuerle,


Herrn Helmut Rüeck (CDU) als Vertreter von Oberbürgermeister Herr Michl, als Hausherr.

Herr Helmut Rüeck (CDU) hielt ein Grußwort und sprach den  Jägern der Jägervereinigung Crailsheim seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus. Er drückte sein Bedauern über die schlechten Wahlergebnisse der CDU bei der Landtagswahl aus und damit verbunden sein Ausscheiden aus dem Landtag Baden-Württemberg. Herr Rüeck hätte gern an der notwendigen Änderung des neuen Jagdgesetzes, das nun seit einem Jahr in Kraft ist, mitgewirkt.

 

 

Herrn Werner Kochendörfer vom Kreisjagdamt Schwäbisch Hall Herr Kochendörfer vom Kreisjagdamt

Schwäbisch Hall erläuterte die wichtigsten Änderungen des neuen Jagdgesetzes. Besonders hervorzuheben ist, dass zur Teilnahme an Bewegungsjagden ein Schießnachweis auf bewegliche Ziele erforderlich ist. Auch wer die Jagd auf Federwild ausübt, muss über einen entsprechenden Schießnachweis verfügen. Das Erlegen von Wild, das zum Verzehr bestimmt ist, darf seit diesem Jahr nur noch mit bleifreier Munition erfolgen. Des Weiteren ging Herr Kochendörfer noch auf die geänderten Schon- und Schusszeiten ein, sowie auf die neue Regelung für den Rehwild-Abschuss ohne behördlichen Abschussplan.

 

 

Herrn Wilhelm Wackler vom Bauernverband Hall-Hohenlohe-Rems

Herr Wackler vom Bauernverband Hall-Hohenlohe-Remsist schon seit Jahren eine feste Größe bei der Mitgliederversammlung der JV-Crailsheim. In seinem immer gern von den Jägern  gehörten Grußwort lobte er  die gute  Zusammenarbeit der Jäger und Landwirte. Seine direkten Worte, seine Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, haben  die Jäger oft zum Nachdenken gebracht. Herr Wackler ging auf die Wildschadensregulierung ein, in diesem Punkt sind Jäger und Landwirte nicht immer einer Meinung.  Aber in der Regel wird doch meistens eine Einigung erreicht, ohne dass ein Schätzer hinzugezogen werden muss.  Herr Wackler beendet in diesem Jahr seine Tätigkeit im Bauernverband. Er wünschte den Jägern für die Zukunft alles Gute. Kreisjägermeisterin Dr. Baeuerle dankte  Herrn Wackler für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit der Jäger u. Landwirte, welches er stets aktiv gefördert hat.

 

Herrn Dr. Friedrich Bullinger (FDP) Landtagsabgeordneter

Herr Dr. Bullinger, Landtagsabgeordneter der FDP und  Jagdpolitischer Sprecher der FDP im Landtag von Baden-Württemberg ging noch einmal kurz auf die Landtagswahl vom 18. März ein. Er hätte sich eine Koalition mit der CDU zur Regierungsbildung  gewünscht, dieses scheitert jedoch an der SPD. Die Politik der bisherigen Ideologiegesteuerten Regierung würde dann durch eine an der Vernunft orientierten Regierung abgelöst. Mit dieser Regierung, in der die FDP mitwirken würde, könnte dann auch das Jagdgesetz entsprechend den tatsächlichen Anforderungen  angepasst werden.  Herr Dr. Bullinger befürchtet,  dass sich nach der Bildung einer Grün Schwarzen Regierung in Baden-Württemberg nichts ändern wird. Die FDP wird sich in der Opposition für einen Ausgleich der Interessen von  Bewohner der Städte und des Landes einsetzen, damit der ländliche Raum nicht auf der Strecke bleibt.  Auch  erteilte er einer Verschärfung des Waffenrechtes eine klare Absage. Die Gefahr für die Öffentliche Sicherheit geht von  illegalen Waffen aus und nicht von Waffen aus legalem Besitz.

 

Die Vereinsmitglieder der JV Crailsheim folgten den Worten der Ehrenmitglieder mit Interesse und würdigten die Beiträge mit großem Beifall.

 

Als nächstes wurde der Kassenbericht vom Kassenwart Herr Matthias Hambrecht veröffentlicht. Die Finanzlage der Jägervereinigung Crailsheim ist positiv, so die Ausführung des Kassenwartes. Der Beitragsanteil für die Jägervereinigung Crailsheim bleibt unverändert, nur der Anteil für den Landesjagdverband erhöht sich ab 2017 um die vom Landesjagdverband beschlossene Höhe.  Dieser Anteil fließt direkt an den Landesjagdverband  und auf diese Erhöhung hat die Jägervereinigung Crailsheim keinen Einfluss.  Der Vorstand wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig entlastet

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Zum Thema  „Bleifreie Munition und deren Auswirkung auf die Arbeit von Nachsuche-Gespannen“ hielt der Nachsuche-Führer Roland Frank einen praxisorientierten Vortrag.

Roland Frank aus Großaltdorf ist anerkannter Nachsuche-Führer  der Jägervereinigung Crailsheim und Schwäbisch Hall. Nachsuche bedeutet,  angeschossenes oder im Verkehr verletztes Wild mit dem Hund zu suchen, damit dieses versorgt bzw. von seinen Leiden erlöst werden kann. Dieses ist eine schwierige, zeitaufwendige und oft gefährliche Aufgabe, der sich Herr Frank aus Liebe zur Jagd, zu der Arbeit mit seinen Hunden und dem Tierschutz verschrieben hat. Herr Frank hat an diesem Abend von seinen Erfahrungen mit bleihaltiger und bleifreier Munition berichtet. Seit dem 1. Januar 2016 müssen Jäger zur Erlegung von Wild, das für den Verzehr bestimmt ist, bleifreie Patronen verwenden. Für den Einsatz von bleifreier Munition hätte sich Herr Frank eine Probezeit gewünscht. Seit ca. 100 Jahren wird als Geschossmaterial Blei verwendet, daher  sind bleihaltige Geschosse heute ausgereift. Die Verwendung anderer Materialien für Geschosse gibt es erst seit ca. 10 – 15 Jahren. Die Entwicklung der Bleifreien Munition hinkt da also noch etwas hinterher. Seiner Erfahrung nach  liefert bleihaltige Munition dem Hund und dem Jäger mehr Schweiß (Blut) auf der Fluchtfährte des Wildes. Es gibt jedoch bleifreie Geschosse, die befriedigende bis gute Ergebnisse liefern. Außerdem erklärte Herr Frank den Unterschied von Splitter- und Deformationsgeschossen. Nach seiner Meinung  sind, im Hinblick auf die Wildbret-Hygiene, Deformationsgeschosse die bessere Wahl. Welche Patrone nun die Beste ist, muss jeder Jäger für seine  Bedürfnisse und Waffe herausfinden. Diesbezüglich kann und möchte er auch keine Angaben machen.

 

Die Ehrung der verdienten und langjährigen Mitglieder erfolgte zum Abschluss dieser Mitgliederversammlung.

 

Die silberne Verdienstnadel des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg für mindestens 10 Jahre aktive Mitarbeit bei der Jägervereinigung Crailsheim erhielten:

 

Dr. Hans Untheim, Crailsheim,  seit 10 Jahren stellvertretender Kreisjägermeister

Matthias Hamprecht, Crailsheim, seit 10 Jahren Schatzmeister

Werner Vogt, Gerabronn, Biotopobmann, stellvertretender Hegeringleiter vom Hegering V

Holger Hähnle, Gerabronn, 6 Jahre Hegeringleiter vom Hegering III, derzeit Beisitzer

 

 

Die Treuenadel in Silber für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Jägervereinigung, erhielten:

 

Werner Waldmann, Blaufelden

Harald Woelfel, Satteldorf

Werner Ziegler, Satteldorf

Gebhard Schwender, Crailsheim

Robert Dinkel, Niederstetten

 

 

Die Treuenadel in Gold für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Jägervereinigung, erhielten:

 

Karl Kolb, CraiIsheim

Roland Hoffmann,  Stimpfach

 

 

Die Treuenadel in Gold für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Jägervereinigung, erhielten:

 

Karl Reu, Crailsheim

Hermann Kiesel, Crailsheim    

 

Der Hegeringpokal der Jägervereinigung Crailsheim ging in diesem Jahr an den Hegering III

 

Geschossen wurde in den Disziplinen Bock (100m) u. laufender Keiler.

Angetreten sind:

Hegering II, 357 Ringe

Hegering V, 365 Ringe

Hegering III, 369 Ringe

Kreisjägermeisterin Dr. Baeuerle überreichte den Hegeringpokal an Hegeringleiter Reinhold Kohler.  

 

Die Hundemedaille für die erfolgreiche Ausbildung und Führung eines Jagdhundes und bestanderer Prüfung erhielten:

 

Friedrich Hoffmann, Dieter Scheurer, Peter Merklein,  Werner Ziegler, Ingmar Klemm, Manfred Hartnagel, Hans von Berg

 

Unter dem Punkt Verschiedenes brachte Frau Dr. Baeuerle noch eine besondere Bitte vor. Die Mitglieder des Hegering IV sind dazu aufgerufen, einen neuen Hegeringleiter zu stellen, da die Aufgaben als Kreisjägermeisterin in verschiedenen Tätigkeitsfeldern oftmals sehr problematisch bzw. nicht zufriedenstellend  waren , weil der zuständige Ansprechpartner fehlte. Damit beschloss sie den offiziellen Teil der Versammlung und wünschte Allen Waidmannsheil für das kommende Jagdjahr.

Erstellt am 21.03.2016
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