Mitgliederversammlung am 24.03.2017 in Tiefenbach

Mitgliederversammlung der Jägervereinigung Crailsheim am 24.03.2017 in Tiefenbach

Die diesjährige Mitgliederversammlung der Jägervereinigung Crailsheim fand am 24. März in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Turn- u. Festhalle in Tiefenbach statt. Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle berichtete anschaulich über die Aktivitäten der Jägervereinigung im vergangenen Jagdjahr. Ihr Dank galt dem Hegering 3 unter der Leitung von Reinhold Köhler u.seinem Stellvertreter Jörg Krämer, sowie allen Helfern, für die Schmückung der Halle in Tiefenbach und der Durchführung der Trophähenschau. Die Versammlung wurde von der Jagdhornbläsergruppe Langenburg mit dem Signal "Begrüßung eröffnet und musikalisch umrahmt.

Aktuelle Mitgliederzahlen der Jägervereinigung : Die Jägervereinigung Crailsheim zählt derzeit 468 Mitglieder aus der Umgebung Crailsheim. Im letzten Jagdjahr wurden 16 Jungjäger neu aufgenommen.

Ein wichtiger Punkt der Präsentation von Frau Dr. Baeuerle war die Hubertusmesse und die Hubertusfeier im November letzten Jahres in Gerabronn. Die Feier war ein voller Erfolg. Ein gelungenes kurzweiliges Programm, der Liederkranz Gerabronn, ein Mundartduo und nicht zuletzt die attraktiven Preise in der Tombola begeisterten die Besucher.

In den einzelnen Hegeringen kamen in der Fuchswoche Anfang Februar 51 Füchse zur Strecke (Vorjahr 33) . Beim Schwarzwild konnte im Jagdjahr 2015/2016 die höchste Strecke seit 2000/2001 erreicht werden. 1.162 Wildschweine wurden im Gebiet der Jägervereinigung Crailsheim erlegt (Vorjahr 891). Im gesamten Landkreis lag die Schwarzwildstrecke bei 2.992 (Vorjahr 1.918) Die Strecke des Rehwildes betrug im Bereich der Jägervereinigung Crailsheim im Jagdjahr 2015/2016 3.176 (Vorjahr 2.867). Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Gemeinschaftlichen Jagdbezirke ohne die Strecke der Forstverwaltung.
Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle drückte ihr Bedauern darüber aus, dass sich die Änderung des Jagdgesetzes durch die neue Landesregierung nicht genügend an der Praxis orientiert. Die Jäger hofften vor allem in Bezug auf die Schwarzwild Bejagung auf ein Entgegenkommen der Landesregierung. Hier tat sich aber nur ungenügendes.In den Monaten März und April darf Schwarzwild nur auf dem Feld und in einem Streifen von 200 m vom Waldrand in den Wald bejagt werden. Geändert wurde nur, dass die Sauen bei Schneelage (mindestens 50% der Fläche muss schneebedeckt sein) im März im ganzen Wald bejagt werden dürfen. Das Kirrverbot im März und April besteht weiter.

Auch dieses Jahr konnte die Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle wieder zahlreiche Ehrengäste begrüßen :
Herrn Helmut Rüeck (CDU) als Vertreter von Oberbürgermeister Herr Michl, als Hausherr.
Herrn Dr. Friedrich Bullinger
Herrn 1. Landesbeamter Knaus als Vertreter des Landratsamtes Schwäbisch Hall
Herrn Harald Gronbach vom Bauernverband Hall-Hohenlohe-Rems
Herrn Dr. Ingo Schwabe vom CVUA Fellbach
Frau Andrea Ott, Bezirksobfrau des Jägerinnen-Forums
und alle unsere anwesenden Ehrenmitglieder.

In seinem Grußwort dankte Herr Dr. Bullinger (FDP) den Jägerinnen u. Jägern für ihren Einsatz rund um die Natur. Die unzureichende Änderung des neuen Jagdgesetzes kritisierte er scharf.Er sprach den Jägern die Kompetenz zu, selbst zu entscheiden, was zu tun ist und nicht mit immer weiterreichenden Gesetzen gegängelt werden sollten. Er meinte, das alte Jagdgesetz war völlig ausreichend und wenn überhaupt, hätte es nur geringfügig geändert werden müssen. Einer erneuten Verschärfung des Waffenrechtes erteilte er eine Absage mit der Begründung, dass nicht die legalen Waffenbesitzer ein Problem sind, sondern der illegale Waffenbesitz. Er beschloss sein Grußwort mit den besten Wünschen für die Jägerinnen u. Jäger.

Herr Helmut W. Rüeck (CDU) Vertreter von Oberbürgermeister Michl als Hausherr.
hielt ein Grußwort und sprach den Jägern der Jägervereinigung Crailsheim seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus.

Herrn 1. Landesbeamten Knaus ging in seinen Ausführungen auf die erzielte Jagdstrecke beim Schwarzwild ein. Trotz hoher Strecken sind die Schwarzwildbestände sehr hoch, dadurch natürlich auch die Schäden in der Landwirtschaft. Durch das Wildschadenrisiko wird es immer schwieriger, die Jagden zu verpachten. Die Pachtpreise für Feldflächen sind stark gefallen. Die Wildschadenhöhe wurde in den meisten Pachtverträgen gedeckelt.Die Höhe des Rehwild-Abschuss wird nicht mehr behördlich vorgeschrieben, sondern es werden Zielvereinbarungen zwischen den Verpächtern und Pächtern ausgehandelt.
Herr Knaus erinnerte die Jagdpächter daran, dass die Streckenlisten vollständig bis spätestens zum 15.04. an die Untere Jagdbehörde zu übermitteln sind. Die Streckenlisten sind auf der Homepage des LRA unter Bürgerservice/elektronische Dienste/Formulare A-Z Stichwort Jagd abrufbar. Es sind nur noch die seit letztem Jahr neu eingeführten Formulare zu verwenden.

Herrn Harald Gronbach vom Bauernverband Hall-Hohenlohe-Rems
Herr Gronbach teilte mit, dass sich Jagdpächter und Landwirte in den meisten Fällen über Wildschäden gütlich einigen. Die Zusammenarbeit sei sehr gut und es besteht eine natürliche Verbundenheit zwischen Jägern und Landwirten. Herr Gronbach beklagte, dass sich die Landwirte immer mehr Anfeindungen durch Natur- & Tierschutz ausgesetzt sehen. Aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass die Landwirte ihre natürlichen Ressourcen nicht gefährden. Er dankte den Jägern für Ihre Arbeit und wünschte sich auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit.

Die Vereinsmitglieder der JV Crailsheim folgten den Worten der Ehrenmitglieder mit Interesse und würdigten die Beiträge mit großem Beifall.

Als nächstes wurde der Kassenbericht vom Kassenwart Herr Matthias Hambrecht veröffentlicht. Die Finanzlage der Jägervereinigung Crailsheim ist positiv, so die Ausführung des Kassenwartes. Der Beitragsanteil für die Jägervereinigung Crailsheim bleibt unverändert, nur der Anteil für den Landesjagdverband erhöht sich ab 2017 um die vom Landesjagdverband beschlossene Höhe. Dieser Anteil fließt direkt an den Landesjagdverband und auf diese Erhöhung hat die Jägervereinigung Crailsheim keinen Einfluss. Der Vorstand wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig entlastet

Ein Filmvortrag "Eine Insel für den Kiebitz" von Benjamin Waldmann vom RP Stuttgart der im Vogelschutzgebiet östlich der Gemeinde Wallhausen gedreht wurde. In diesem Gebiet wurde ein Bereich umgestaltet, der den Lebensraum des Kiebitz wiederherstellt um dessen Wiederansiedelung zu begünstigen.
KJM Baeuerle stellt den Film des Regierungspräsidiums zu dem Projekt vom Benjamin Waldmann vor.


Frau Andrea Ott Jägerinnen-Forum des LJV durch Bezirksobfrauen.
Frauen rücken vor. In Baden-Württemberg gibt es ca. 3000 Jägerinnen von denen ca. 700 im Jägerinnen-Forum eingeschrieben sind. Der Anteil an Frauen bei den Jägerprüfungen in Baden-Württemberg beträgt derzeit 20 % mit steigender Tendenz. Das Ziel des Forums ist die Zusammenarbeit der Jägerinnen zu fördern. Gemeinsame Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. Dazu gehören Schießveranstaltungen und Weiterbildung. Sind Frauen vor wenigen Jahren noch hauptsächlich durch ihre jagenden Männer zur Jagd gekommen, so hat sich das geändert. Frauen machen heute den Jagdschein, weil sie sich mit der Natur auseinander setzen wollen. Frau Ott warb für die Unterstützung der Jägerinnen und forderte die Jagdpächter auf, Frauen eine Chance zu geben und sie mit auf die Jagd zu nehmen.


Herr Dr. Ingo Schwabe hielt einen sehr interessanten Vortag zum Thema Wildtiererkrankungen. Er stellte seine Arbeit am CVUA in Fellbach vor, Herr Schwabe ist dort als Pathologe tätig. In diesem Institut werden verendete Tiere untersucht. Er forderte die Jäger auf, dem Institut Untersuchungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Nur so könne man zum Beispiel Aussagen zu Ausbreitungen von Seuchen machen. Herr Schwabe unterrichtete die Jäger über Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können und wie man sich davor schützen kann. Er wies die Jäger auch auf ihre Pflicht hin : Wild, das sich in irgend einer Weise auffällig verhält oder Veränderungen an Organen aufweist, nicht in den Handel zu bringen. Jäger sind ausgebildet, solche Veränderungen zu erkennen. Er ermutigte die Jäger dazu, solche Tiere zur Untersuchung zu bringen.

Ehrungen verdienter und langjähriger Mitglieder.
Die silberne Verdienstnadel des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg für mindestens 10 Jahre aktive Mitarbeit in unserem Verein erhielt:
Manfred Vogt, Unterspeltach
seit 10 Jahren für die Jägervereinigung tätig, zuletzt 2 Jahre als Presseobmann.

Die Treuenadel in Silber für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Jägervereinigung, erhielten:
Michael Simon, Crailsheim
Alexander Utz, Crailsheim
Richard Hutter, Blaufelden
Felix zu Hohenlohe. Schrozberg
Rainer Probst, Frankenhardt
Georg Hartmann, Satteldorf
Bernhard Schurr Kulmbach
Lothar Voelkl, Kirchberg
Jürgen Mayer, Langenburg
Hubert Schick, Langenburg
Uwe Schaffert, Wörnitz


Die Treuenadel in Gold für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Jägervereinigung, erhielt :
Roland Mosgallik, Crailsheim

Die Treuenadel in Gold für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Jägervereinigung, erhielten:
Werner Burghardt, Crailsheim
Friedrich Krauss, Blaufelden
Henry Fuchs, Fichtenau
Fritz Varga, Rot am See
Manfred Gräter, Frankenhardt
Ewald Kulik, Satteldorf
Heinz Jürgen Seidel, Satteldorf
Karl Müller, Wallhausen

Die Hundemedaille für die erfolgreiche Ausbildung und Führung eines Jagdhundes und bestandener Prüfung erhielten:
Martin Gschwind , Friedrich Bartelmeß, Ulrich Mehrer, Karl Vogt, Manfred Hartnagel, Ingmar Klemm, Heinz Hornung, Dr. Hans Untheim.

Seit Mitte Februar hat der Hegering 4 wieder einen Hegeringleiter und Stellvertreter. Erich Klingler aus Waldtann ist neuer Hegeringleiter, sein Stellvertreter ist Michael Simon aus Crailsheim. Frau Dr. Baeuerle freute sich sehr darüber, dass die Stelle nun wieder besetzt werden konnte und beglückwünschte die beiden. Frau Dr. Baeuerle beendete die Versammlung mit viel Waidmannsheil für das kommende Jagdjahr, sowie eine schöne und erholsame Zeit in der Natur.

Erstellt am 28.03.2017
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