Hubertusmesse und Hubertusfeier am 03.11.2018

Die Jägervereinigung Crailsheim trifft sich zu Hubertusmesse in der Johanneskirche in Crailsheim und zur Hubertusfeier in der Jagstauenhalle in Jagstheim.

Erstellt am 07.11.2018

 Die Jägervereinigung Crailsheim trifft sich zu Hubertusmesse und Hubertusfeier. Die Jungjägerausbildung erfährt einen hohen Zulauf. Die Jagd diente früher vielen Menschen als Existenzgrundlage. In der jüngsten Vergangenheit kamen für die Jäger weitere Aufgaben wie zum Beispiel Naturschutz und Naturpflege dazu. Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle ordnete die aktuelle Situation in ihrer zehnminütigen Rede bei der Hubertusfeier so ein: „Die Frage ‚Jäger wohin?‘ ist sehr vielfältig und schwierig. Die Entwicklungen verlaufen rasant und ebenso schnell wie vieles in unserer modernen Gesellschaft.“ Aber es gibt noch jagdliche Traditionen. Eine davon ist die Hubertusmesse, welche 250 Besucher am späten Samstagnachmittag in der Crailsheimer Johanneskirche feierten. Mit Dekanin Friederike Wagner stand eine jagd­erfahrene Pfarrerin auf der Kanzel. Zwar besitzt sie keinen Jagdschein, aber sowohl ihr Vater als auch ihr Bruder waren beziehungsweise sind Förster. „Ich weiß nicht, wie viele Bäume ich mit meinem Vater im Wald gepflanzt habe“, sagte sie lächelnd. „Auch bei den Wildfütterungen war ich oft dabei.“ In ihrer Predigt erklärte sie kurz: „Normaler­weise kennt man in der evangelischen Kirche keine Hubertus-Verehrung.“ Instrumente, sprich die Jagdhörner, übernahmen Elemente aus einem normalen Gottesdienst, dazu sprach Wagner die Predigt. In dieser ging sie auf das Leben von Hubertus ein. Geboren um das Jahr 655, musste er eine schwere Prüfung bestehen. Seine Frau starb bei der Geburt ihres ersten Sohnes. Wutentbrannt ritt Hubertus in den Wald und sah einen kapitalen Hirsch, legte an – und sah ein Kreuz im Geweih leuchten. „Gott wies den Jäger darauf hin, wer Herr über Leben und Tod ist. Er begegnete ihm seelsorgerisch“, so Wagner. Die achtköpfige Parforcehorngruppe der Jagdhornbläser gestaltete die Messe maßgeblich. „Wir mussten uns an das Echo gewöhnen“, berichtete ihr junger Leiter Benjamin Spang. „Bei so vielen Besuchern ändert sich das. Deshalb haben wir bewusst etwas langsamer gespielt.“ Dadurch konnte man allerdings gut mitsingen, der Gemeindegesang klang voller als in den meisten Gottesdiensten. Bei der anschließenden Hubertusfeier in Jagstheim standen neben der Geselligkeit diverse Ehrungen an, außerdem gab Bärbl Baeuerle einen Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre plus einen Ausblick in die Zukunft. „Die Veränderungen in der Jagd sind vielfältig, ihre Ausführung ist reizvoll und erfährt hohen Zulauf“, sagte die Kreisjägermeisterin. „Die Afrikanische Schweinepest wird kommen, sagen die Fachleute“, verdeutlichte Baeuerle. Die Krankheit rückt immer näher an Deutschland heran. „Wir können uns noch nicht vorstellen, wie das Seuchengeschehen in unseren jagdlichen Alltag eingreifen wird.“ Die Auswirkungen der Epidemie wären verheerend, es müssten Tausende Schweine getötet werden. Der Klimawandel mache sich in diesem Jahr besonders bemerkbar. Fast in jedem zweiten Jahr gibt es eine Halb- oder Vollmast der Waldbäume. Dieser Nährstoff­eintrag begünstigt das Schwarzwild, das sich besonders stark vermehrt. Aufgrund des milden Winters überleben auch viele Tiere. „Der moderne Waldbau mit Naturverjüngung auf großer Fläche und den damit erschwerten Sichtverhältnissen bei der Jagd sowie die modernen Freizeitaktivitäten der Bevölkerung erschweren die Jagdausübung zusätzlich“, berichtete Baeuerle. 19 Absolventen bestanden die Jagdscheinprüfung. Scheinbar sei der Jagdschein wieder „in“, so die Kreisjägermeisterin. Das Üben des jagdlichen Schießens in Kleingruppen sei ein geselliges Ereignis, das zunehmend Interesse finde. 

Erstellt am 07.11.2018
Zurück zur Übersicht