Hubertusfeier am 04.11.2017 in Brettheim

Der Legende nach soll dem heiligen Hubertus auf der Jagd ein prächtiger Hirsch erschienen sein – mit einem Kruzifix zwischen den Geweihstangen. Als Folge dieser Erscheinung soll Hubertus von Lüttich zu der Erkenntnis gelangt sein, in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs zu sehen. Deshalb hat er sich hegend und pflegend für Tiere eingesetzt mit der Achtung vor dem Geschöpf als Grundhaltung.

Eine Art Erntedankfest ist auch die noch heute gepflegte Hubertusmesse. Am Samstagabend feierte sie die Jägervereinigung Crailsheim in Brettheim, die Prädikant Martin Dörr zusammen mit der Parforcehorngruppe der Crailsheimer Jagdhornbläser in der evangelischen Kirche gestaltete. Die Hubertusfeier schloss sich daran in der mit Bäumen feierlich geschmückten Festhalle von Brettheim an.

„Naturschützer aus Passion“

Ortsvorsteher Reiner Groß bezeichnete die Jäger in seinem Grußwort als „Landschafts- und Naturschützer aus Passion“. Sie seien mit den Folgen der menschlichen Eingriffe in die Natur „unmittelbar“ konfrontiert: „Flächenverluste, Artensterben, Waldschäden, neue Anbaumethoden in der Landwirtschaft, Bau von Wind­rädern und Leitungstrassen, verschärfte Jagdgesetze und Freizeitaktivitäten in Wald und Flur.“ Groß’ Dank an die Jäger schloss sich CDU-Landtagsabgeordneter Arnulf von Eyb an, der als Präsident des Landesfischereiverbands sprach: Jäger und Angler seien geprüfte Naturschützer, die wüssten, wovon sie reden.

Kreisjägermeisterin Dr. Bärbl Baeuerle setzte sich mit dem Begriff der „Waidgerechtigkeit“ auseinander. Die Wurzeln des Begriffs liegen, so Baeuerle, in den Worten „Weide“ und „gerecht“.„Weiden“ habe ursprünglich Jagen und Fischen zum reinen Nahrungserwerb bedeutet. Daraus sei der „Waidmann“ als Begriff für den Jäger entstanden. „Gerecht heißt in der Jägersprache: erfahren, kundig, bewährt“, ergänzte die Kreisjägermeisterin.

Baeuerle fragte nach der konkreten Bedeutung der Waidgerechtigkeit heute: „Für uns heißt das, den Schwerpunkt auf Schwarz­wild-, Rehwild- und Fuchsbejagung zu legen, den Hasen, das Rebhuhn und die Schnep­fe zu schonen und nicht zuletzt tierschutzgerecht zu jagen.“

Für den unterhaltsamen Teil der Hubertusfeier sorgte im Anschluss der Wittenweiler Bauer und Mundartdichter Rainer Hofmann. In seinen Gedichten setzte er sich mit der Art des Menschen und mit dessen Widersprüchlichkeit auseinander. Zu „Am Stück“ mit dem Metzgersbesuch als Auslöser hieß es: „Jägerskinder gedeihen von Unfallreh und Innereien.“ Die guten Stücke seien immer verkauft worden. Gedichte übers „Betriebsfahrrad“, die Nachbarschaft und das Malheur gehörten ebenso zu Hofmanns Repertoire wie die philosophischen Betrachtungen über das Herunterfallen des „Gsälzbrots“.

Musikalisch umrahmt und vom Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle mit viel Beifall versehen wurde die Feier von Jagdsignalen, Jagdfanfaren, Jägermelodien und -märschen, die von den Crailsheimer wie Langenburger Jagdhornbläsern dargeboten wurden. Besonders eindrücklich gelang der Parforcehorngruppe der Crailsheimer Jagdhornbläser eine räumlich intonierte Jagdfanfare zwischen Solist und Tentett.






Erstellt am 08.11.2017
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